Deutschlands State of Mind – Bundesliga Allstar Day

Morgen geht es für mich zum ersten Mal zum Bundesliga Allstar Day. Dieser Artikel soll aber nicht vom Allstar Game als solchem handeln. Vier Deutsche Nationalspieler (Heiko Schaffartzik, Robin Benzing, Tim Ohlbrecht und Per Günther) stehen in den Startformationen des Nordes und Südens, mit Steffen Hamann kommt ein weiterer von der Bank. Von den 10 Startern ist nur Bonns Jared Jordan in seiner ersten Bundesliga-Saison. Soviel erstmal zu Identifikationsfiguren. Zum Vergleich:

2010 Deutsche: 5 (4 Starter);  16 BBL-„Veteranen“ (9 im Norden, 7 im Süden); 3 Spieler im ersten Jahr in der Liga (Jared Jordan, Anatoly Kashirov, Michael King)

2009 Deutsche: 4 (3 Starter);  14 BBL-„Veteranen“ (8 im Norden, 6 im Süden); 4 Spieler im ersten Jahr (Brandon Bowman, Richard Cheney, Ansu Sesay, Robert Turner)

2008 Deutsche: 8 (5 Starter); 11 BBL-„Veteranen“ (6 im Norden, 5 im Süden); 5 Spieler im ersten Jahr (Bobby Brown, Jeb Ivey, Rickey Paulding, Andrew Drevo, Caleb Green)

2007 Deutsche: 3 (2 Starter); 13 BBL-„Veteranen“ (8 im Norden, 5 im Süden); 8 Spieler im ersten Jahr (Adam Hess, Jason Gardner, Sergerio Gipson, D’Or Fischer, Tommy Adams, A.J. Moye, Je’Kel Foster, Pavelas Cukinas)

2006 Deutsche: 4 (1 Starter); 12 BBL-„Veteranen“ (5 im Norden, 7 im Süden); 8 Spieler im ersten Jahr (Hollis Price, Andrew Wisniewski, Glen McGowan, Brandon Woudstra, Darren Fenn, Spencer Nelson, Justin Love, Bingo Merriex)

Klar, Deutsche wurden bisher immer in die Startformation gewählt, aber in den letzten 3 Jahren ist doch eindeutig eine Tendenz erkennbar. Ebenfalls auffällig, dass die Bundesliga-Veteranen zu- und die Frischlinge abgenommen haben. Die Fluktuation in der Liga ist spürbar zurückgegangen. Ein deutlicher Schritt hin zu mehr Identifikation. Im Idealfall stehen möglichst viel Deutsche in der Rotation, es gehen aber auch „importierte“ Spieler, die mehrere Jahre an den Verein gebunden werden. Den wahren Fans ist es wahrscheinlich nicht so wichtig, beim durchschnittlichen Sportfan sieht das aber anders aus. Das Schaffen von Identifikationsfiguren ist essentiell für die Vereine und die Liga. Der TV-Vertrag mit dem DSF läuft bis 2012, die Chance muss genutzt werden, damit Basketball auch danach weiterhin im Free-TV zu sehen sein wird. Wenn ein Sportfan reinzappt, bleibt er eher dabei, wenn er Deutsche sieht. Oder eben Namen und/oder Gesichter, die ihm durch vorherige Übertragungen bekannt sind. Durch die Quote müssen die Teams mindestens 4 Deutsche im Kader haben (bei 12er-Kader). Nächste Jahr werden es 5 sein. Da macht es Sinn nicht nur Busfahrer im Kader zu haben, sondern auch Jungs, die in der Rotation sind. Damit meine ich nicht nur Nationalspieler oder Starter. Früher gab es haufenweise Jungs, die solide von der Bank kamen, aber für die DBB-Auswahl nicht mal annähernd in Frage gekommen wären. Müssen sie auch nicht. Beispiele für solche Typen sind heute Nils Mittmann, Jan Lipke, Robert Kulawick, Ali Seggelke und Alex King . Von diesen Spielern brauchen wir mehr. Deutschland wird immer genügend Talente für die Nationalmannschaft hervorbringen, an der Qualität in der Breite muss gearbeitet werden.

Die Zahlen aus der laufenden Saison machen Mut. Im vergangenen Sommer ist durch das positive Auftreten bei der EM in Polen ein Ruck durch Basketball-Deutschland gegangen. Den Jungen wird mehr zugetraut. In diesem Jahr sind vier Deutsche unter den 50 besten Punktesammlern, vergangene Saison war es nur Schaffartzik. Gleiches Bild bei den Reboundern 4:1 für 09/10. Mit Robin Benzing, Per Günther, Tim Ohlbrecht, Karsten Tadda, Tibor Pleiß, Yassin Idbihi und momentan auch Philipp Schwethelm gibt es mindestens 7 neue Starter. Bei 7 BBL-Teams stehen mindestens zwei Deutsche 15 Minuten auf dem Parkett. Negativ fallen Oldenburg, Trier, Ludwigsburg (David McCray spielt 12,5 MPG) und Tübingen auf, die keinem einzigen Deutschen 15 MPG geben. Berlin, Frankfurt, Quakenbrück, Bremerhaven, Düsseldorf, Hagen und Paderborn haben immerhin noch einen Aktuer mit BuRep-Pass eine Viertelstunde auf dem Feld. Und Alba hat gerade erst mit Lucca Staiger nachgerüstet.

Zum Vergleich 2008/09: 2x15MPG bei Frankfurt, Bamberg, Köln, Paderborn, Gießen. 1x15MPG bei Berlin, Bonn, Düsseldorf, Bremerhaven, Ulm, Trier. Schwarze Schafe waren Oldenburg, Quakenbrück, Braunschweig, Ludwigsburg, Göttingen, Tübingen, Nördlingen.

Hier noch meine Meinung zu Lucca Staiger: Für seine Entwicklung ist es gut von Iowa State wegzugehen. Seine Rolle als Dreierschütze war dort zu beschränkt. Allerdings finde ich es nicht gut, dass er sein Team im Stich gelassen hat. Vielleicht sind hinter den Kulissen Dinge passiert, von denen wir nichts wissen. Das ist aber reine Spekulation. Dann aber nach Berlin zu gehen kann ich nicht nachvollziehen. Ich glaube nicht, dass er dort viel Einsatzzeit sehen wird und auch nicht, dass er sich entscheidend verbessern kann. Ein Wechsel zu einem kleineren Verein wäre sinniger gewesen – und zwar im Sommer. Jetzt muss er sich seinen Platz in einer intakten Mannschaft erarbeiten. Wie gut ein kleiner Verein, dafür aber viel Spielzeit sein kann, sieht man aktuell beispielsweise bei Robin Benzing und Johannes Lischka. Würden die beiden bei Alba fette Minuten kriegen? Wahrscheinlich nicht. Genauso wie jetzt Lucca.

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