Goaltending, nur echt mit Goldjungem

Zunächst einmal kurz abseits des orangen Leders. Glückwunsch an Christoph Waltz für den Oscar, auch wenn er Österreicher ist. Aber sind wir mal ehrlich, wer sollte auch sonst einen SS-Offizier vernünftig spielen können. Dieser kleine Exkurs muss einfach sein, denn schließlich ist der Name dieses Blogs an Quentin Tarantinos großartigen Film Inglourious Basterds angelehnt, in dem, wie fast jeder weiß, Waltz mitspielte. Falls sich jetzt jemand fragt, welche Schreibweise des ersten Teils des Titels korrekt ist – es ist die von diesem Blog. Bastards wird ebenso nicht mit „e“, sondern „a“ bei der zweiten Silbe geschrieben. Zu gegebener Zeit werde ich versuchen den Film und Basketball zu verbinden. Das wird vermutlich aber noch ein wenig dauern.

Nun zur wöchentlichen Ausgabe von Goaltending (ja, das kommt jetzt wöchentlich). Eigentlich wollte ich umfassend über eine bestimmte Statistik-Konferenz in Boston, die am vergangenen Wochenende stattfand, schreiben. Mache ich auch, nur eben nicht hier, sondern für die FIVE. Also noch bis Ende April gedulden. Außerdem wollte ich mal Vorreiter sein und über Allen Iverson berichten. Das, was man gestern und Montag im Netz lesen konnte, fand ich bereits am Freitag im Internet. Leider war ich zu faul neben meinen eigentlichen Tätigkeiten noch ausführlich über AI zu schreiben und habe das verschoben. Aber so ist das Leben in der Medienbranche. Trotzdem hier noch meine Sicht der Dinge.

Probleme bei der Antwort

Stephen A. Smith und Bill Ordine vom Philadelphia Inquirer (Link 1, Link 2) berichten von massiven privaten Problemen bei Allen Iverson. Ums kurz zu machen. Seit der zu 2008 zu den Pistons kam, soll er exzessiv in Kasinos spielen und wenn nicht dem Alkohol fröhen. Sein Manager und einer seiner engsten Vertrauten Greg Moore bitte darum für Iverson zu beten, es scheint, als wenn Smith und Ordine Recht haben. Nachdem erst seine Tocher Messiah mit einer Krankheit (nicht bekanntgegeben) ringt, reichte Iversons Frau Tawanna die Scheidung und beantragte das alleinige Sorgerecht für die fünf Kinder. Gold Digger ick hör dir trapsen? Nein so ist es nicht. Tawanna und Allen kennen sich schon seit der Highschool. Sie ist keines dieser Groupies, die Spielerfrau wird und dann irgendwann mit der Kohle verschwinden will. Sie hat alle Höhen und Tiefen in AIs Karriere mit ihm durchgestanden. Von beiden gab es eine Menge. Die Situation, in der Die Antwort sich befindet scheint also ernst zu sein. Iverson selbst gab folgendes via Twitter bekannt: „To my fans: You all know that my life isn’t perfect. I am going through some very tough times right now, like I am sure that we all do from time to time. However, I will stand tall like always with „rhino“ thick skin. Even though I have become used to hearing people say things about me that aren’t true, it still hurts. I encourage you to continue your ongoing support and I want you to trust that this is another obstacle in my life that, with God’s help I will overcome. God Bless You All.“ Wie es dazu kam, dass Iverson der Spiel- und Trinksucht verfallen ist, darüber kann nur spekuliert werden. War es der immer näher rückende Abschied aus der Liga? War es die unterbewusste Erkenntnis, nicht mehr gewollt zu werden? War es etwas ganz anderes?

Iverson weiß, dass er in seiner Karriere Fehler gemacht hat, aber er gibt es zu. Er hielt sich nie für unfehlbar. „With the mistakes I’ve made in my life, I’ve created a picture of me that’s not me,“ Iverson said. „I did a lot of things when I was young that I’m not proud of. But I think those things helped me to be the man that I am now.“ Selbstwusst, manchmal bis zur Arroganz und darüber, das war er schon – auf dem Feld. Aber im Gegensatz zu Kobe Bryant, bei dem es heute noch so scheint, als würde er sich verstellen, ist AI immer „real“ geblieben. Natürlich mit allen Makeln und allen Streitereien, die das mit sich brachte und immer noch bringt. Genau das hat ihn zum vielleicht beliebtesten Spieler einer ganzen Generation gemacht. Er wollte immer nur Basketball spielen. Die Millionen hat er mitgenommen, klar. Genauso das Rampenlicht. Um die Zukunft hat er sich laut Stephen A. Smith wohl kaum gekümmert. Auch das passt zu Iverson. Er ist aber keine Ausnahme. Rund 60% der Spieler sind fünf Jahre nach ihrem Rücktritt pleite.

Wie er aus diesem Sumpf, wenn es denn wirklich einer ist, rauskommen kann schreibt Smith ebenfalls. Er brauchte jemanden wie seinen College-Coach John Thompson, der ihm hilft. Mit harter Hand, aber auch der nötigen Gutmütigkeit. Viele Sportler fallen nach der Karriere in ein tiefes Loch, versinken in verschiedenen Süchten, weil sie nichts anderes als den Sport haben. Hoffentlich steht Allen Iverson wieder auf, wie er es unzählige Male vorher gemacht hat, wenn er in der Zone von den Riesen der NBA niedergestreckt wurde.

Duschen ist ungesund

Jedenfalls für Joel „Ghostface“ Przybilla. Der Blazers-Center, der sich am 22. Dezember die Patellasehne gerissen hatte, verletzte sich an gleicher Stelle wieder. Beim Duschen. Ghostface fiel in der Dusche und wurde bereits erneut operiert. Normalerweise liefert eine solche Situation genug Witze für Mario Barths komplettes Programm, aber aufgrund der Pechsträhne der Blazers spare ich mir die Kalauer. Nur einer muss sein: Oscar-Überflieger „The Hurt Locker“ ist eine Doku über die Blazers.

Larry Brown, die Trainerhure?

Er ist eine Legende. Larry Brown. Aber nach seinen plötzlichen Abschieden aus Detroit und New York wirft er mal wieder selbst schlechtes Licht auf sich. Angeblich hat der Bobcats-Coach schon mal gecheckt, ob er nicht zu den Clippers wechseln könnte, für den Fall, dass nicht Michael Jordan die Franchise übernimmt. MJ hat dann aber doch den Zuschlag bekommen und Larry kann sich beruhigen. Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack.

Ron Rodman

Bilder von Ron Artest Friese gegen die Magic. Bild 1 Bild 2. Angeblich steht da in drei verschiedenen Sprachen Defense. Schade, dass er nach der 96:94-Niederlage die Haare komplett abgeschoren hat. Macht ja nix, das Färben hat ja nur zwei Stunden (laut seinem Bruder) gedauert.

NCAA-Update

Elias Harris und Gonzaga verloren im Finale der West Coast Conference gegen Saint Mary’s. Trotzdem sollten sie am NCAA Tournament teilnehmen. Die Niederlage ist trotzdem sehr bitter. Elias erwischte einen rabenschwarzen Tag und schoss 3/13 aus dem Feld. Insgesamt „nur“ acht Punkte und sechs Rebounds. Zu Beginn nächster Woche folgt dann auch der zweite Teil der NCAA-Noten.

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